Planung
Wer sitzt wo an der Hochzeitstafel? Ein Sitzplan mit Feingefühl
Geschiedene Eltern, zerstrittene Tanten, Singles und Kinder: Mit Takt und ein paar Regeln entsteht ein Sitzplan, mit dem alle glücklich sind.
Redaktion Hochzeit Brautinfo3 Min. Lesezeit

Eure Eltern sind geschieden, und der Vater würde sich eher duellieren, als mit dem neuen Mann der Mutter an einem Tisch zu sitzen? Zwei Tanten haben seit Jahren kein Wort miteinander gewechselt? Kein Problem: Mit Takt und Fingerspitzengefühl entsteht ein Sitzplan, mit dem alle zufrieden sind.
Die Brauttafel
Die Brauttafel, auch Ehrentafel genannt, ist meist ein runder oder gerader Tisch, der von überall im Raum gut sichtbar ist. Traditionell sitzt das Brautpaar in der Mitte, daneben Eltern und Trauzeugen. Die Familie der Braut sitzt auf ihrer Seite, die des Bräutigams auf seiner. An einer langen Tafel folgen Großeltern, Geschwister und, falls eingeladen, die Person, die euch getraut hat. Diese Ordnung ist eine Orientierung, kein Gesetz. Skizzen zu verschiedenen Tischformen findet ihr in unserem Beitrag zur Hochzeitsetikette.
Geschiedene Eltern
Sind Eltern geschieden und fühlen sich miteinander nicht wohl, vor allem wenn neue Partner im Spiel sind, gibt es eine elegante Lösung: Ihr teilt die Brauttafel nur mit den Trauzeugen und setzt jedes Elternteil an einen eigenen Tisch, im Idealfall zusammen mit engen Freunden. So bleiben euch Diskussionen erspart, wer näher am Brautpaar sitzt. Wenn ihr unsicher seid, sprecht vor der finalen Planung mit euren Eltern. Meist findet sich im Gespräch eine Lösung, mit der alle leben können.
Die Verwandtschaft
Entschärft Spannungen von Anfang an, indem ihr zerstrittene Familienmitglieder weit auseinandersetzt. Die eine Tante an Tisch drei schätzt es bestimmt, die ungeliebte Schwägerin an Tisch acht zu wissen. Schulfreunde und Studienkollegen dagegen freuen sich, beieinander zu sitzen und endlich wieder einmal ausgiebig zu plaudern.
Der Freundeskreis
Man fühlt sich dort am wohlsten, wo man mit Menschen sitzt, die man mag. Niemand sitzt gern unter lauter Fremden. Passt eine Freundesgruppe nicht an einen Tisch, lasst keinen einzelnen Gast übrig: Teilt die Gruppe lieber in zwei Hälften und füllt die übrigen Plätze mit neuen Gesichtern auf.
Singles und Paare
Verzichtet auf einen reinen Single-Tisch, eure Solo-Gäste werden es euch danken. Ihr glaubt, zwei eurer Freunde wären das perfekte Paar? Dann setzt sie ruhig nebeneinander, aber ohne allzu offensichtliche Kuppelversuche, etwa wenn die beiden die einzigen unter 60 am Tisch sind. Einen Single an einen Tisch mit lauter frisch verheirateten Paaren zu setzen, zeugt ebenfalls wenig von Feingefühl. Wenn ihr kein generelles Plus Eins vergebt, habt ihr ohnehin viele einzelne Gäste, die sich gut verteilen lassen.
Kinder
Ist der Single-Tisch ein No-Go, ist der Kindertisch fast schon ein Muss. Für Kinder ist kaum etwas langweiliger, als den ganzen Abend zwischen Erwachsenen zu sitzen. Platziert den Kindertisch in Sichtweite der Eltern und, wenn möglich, nahe beim Spielbereich. Sind Blumenkinder und Ringträger die einzigen kleinen Gäste, sitzen sie besser bei ihren Eltern. Mit einer Kinderbetreuung bleibt es auch am Kindertisch entspannt.
Entfernte Verwandte und Freunde der Eltern
Sind Freunde eurer Eltern eingeladen, die ihr kaum kennt, weist ihnen nur einen Tisch zu und überlasst ihnen die Platzwahl. Wünscht ihr euch für alle Tische feste Plätze, bittet eure Eltern um Hilfe. Sie freuen sich, an den Vorbereitungen beteiligt zu sein, und kennen die Vorlieben und Empfindlichkeiten in der Verwandtschaft oft besser als ihr.
Praktische Tipps für den Sitzplan
- Arbeitet mit Haftnotizen auf einem großen Plakat oder einem digitalen Sitzplan-Tool, so lässt sich alles leicht verschieben.
- Setzt ältere Gäste nicht direkt neben die Lautsprecher und mit kurzen Wegen zu den Toiletten.
- Plant den Sitzplan erst, wenn alle Zu- und Absagen da sind.
Eine gute Übersicht über alle Planungsschritte bietet unsere Hochzeits-Checkliste.
Häufige Fragen
Wo sitzen geschiedene Eltern bei der Hochzeit?
Wenn sie nicht gut miteinander auskommen, an getrennten Tischen mit eigenen Freunden, während das Brautpaar die Brauttafel mit den Trauzeugen teilt.
Ist ein Single-Tisch bei der Hochzeit eine gute Idee?
Eher nicht. Singles fühlen sich wohler, wenn sie mit Freunden und gemischten Gruppen sitzen statt an einem eigenen Tisch.
Braucht man einen Kindertisch auf der Hochzeit?
Bei mehreren Kindern ist ein eigener Tisch in Sichtweite der Eltern ideal. Einzelne Kinder sitzen besser bei ihren Eltern.


