Planung
Unplugged Wedding: Smartphones aus oder lieber nicht?
Knipsen und sofort posten: Nicht jedes Brautpaar möchte seine Hochzeit live im Netz sehen. Was für und gegen eine handyfreie Feier spricht.
Redaktion Hochzeit Brautinfo2 Min. Lesezeit

Die Idee, über einen eigenen Hochzeits-Hashtag unzählige Schnappschüsse von der eigenen Feier zu bekommen, klingt verlockend. Trotzdem entscheiden sich viele Brautpaare bewusst für eine handyfreie Hochzeit, eine sogenannte Unplugged Wedding. Der Grund: Ohne Bildschirme vor den Gesichtern entsteht eine persönlichere, festlichere Atmosphäre. Smartphones und Social Media machen es leicht, jedes Erlebnis sofort in die Welt hinauszuschicken. Doch wo endet die Freude am Teilen, und wo beginnt der Verstoß gegen die Hochzeitsetikette?
Schnappschüsse und Hochzeits-Hashtag: das spricht für Handys
Mit dem Smartphone halten eure Gäste Momente fest, die der offizielle Fotograf vielleicht verpasst: den Onkel, der heimlich eine Träne verdrückt, die Kinder unter dem Tisch oder den spontanen Tanz an der Bar. Mit einem gemeinsamen Hashtag oder einem geteilten Online-Album könnt ihr euren Hochzeitstag später aus vielen Blickwinkeln noch einmal erleben.
Das spricht gegen Handys bei der Trauung
Früher waren nur klingelnde Handys mitten in der Zeremonie ein No-Go. Heute stören eher Gäste, die ihr Smartphone dauerhaft in die Höhe halten und damit die Sicht und die Stimmung verderben. Oft stehen sie sogar dem Fotografen im Bild. Während der Trauung Nachrichten zu lesen, zu schreiben oder gar laufend Updates zu posten, ist nicht nur unhöflich, sondern respektlos gegenüber dem Brautpaar.
- Gäste erleben den Moment durch den Bildschirm statt mit allen Sinnen.
- Professionelle Fotos zeigen Handys statt Gesichter.
- Fotos landen online, bevor ihr selbst sie gesehen habt.
- Nicht jedes Brautpaar möchte überhaupt öffentlich gezeigt werden.
Handyverbot auf der Hochzeit? Lieber eine freundliche Bitte
Bleiben die Smartphones in der Tasche, können sich eure Gäste ganz auf die Feier einlassen. Ein striktes Verbot kommt allerdings selten gut an. Besser funktioniert ein herzlich formulierter Wunsch auf der Einladung, das Handy während der Trauung oder der ganzen Feier ausgeschaltet zu lassen. Eure Gäste werden verstehen, dass ihr in Ruhe feiern möchtet, ohne ständig fotografiert und gepostet zu werden.
Wenn ihr grundsätzlich keine Fotos von euch auf Instagram, Facebook oder TikTok sehen möchtet, sagt das ebenfalls schon in der Einladung. Am Hochzeitstag selbst erinnert eine Tafel oder ein kleines Schild am Eingang an eure Unplugged Wedding. Das entspricht ganz der Hochzeitsetikette. Auch eine kurze Ansage von Trauredner oder Standesbeamtin vor Beginn der Zeremonie wirkt Wunder.
Der Kompromiss: Handy in Teilzeit und Fotobox
Eine ungestörte Zeremonie und trotzdem eine Sammlung von Schnappschüssen eurer Gäste? Das geht. So könnt ihr es lösen:
- Handypause nur für die Trauung: Bittet eure Gäste, während der Zeremonie nicht zu fotografieren, und ermutigt sie ausdrücklich, beim Empfang und am Abend Fotos zu machen.
- Fotobox statt Handy: Eine Fotobox sorgt für lustige Erinnerungsbilder, ohne dass ständig neben dem Brautpaar ein Handy gezückt wird.
- Bilder vom Profi teilen: Lasst eure Gäste vom Hochzeitsfotografen ablichten und stellt ausgewählte Fotos nach der Hochzeit per Link zur Verfügung.
- Erst teilen, wenn ihr so weit seid: Bittet darum, Fotos nur in ein privates Album hochzuladen und nicht öffentlich zu posten.
So bekommt jeder Gast wunderbare Erinnerungsfotos, und ihr behaltet die Kontrolle darüber, was wann online geht.
Häufige Fragen
Was ist eine Unplugged Wedding?
Bei einer Unplugged Wedding bittet das Brautpaar die Gäste, Smartphones und Kameras während der Trauung oder der ganzen Feier wegzulegen. Fotografiert wird dann nur vom beauftragten Fotografen.
Wie bitte ich Hochzeitsgäste höflich, das Handy wegzulegen?
Am besten mit einem freundlichen Hinweis auf der Einladung, einem Schild am Eingang und einer kurzen Ansage vor der Zeremonie. Versprecht, die schönsten Fotos später mit allen zu teilen.
Darf ich Gästen verbieten, Hochzeitsfotos zu posten?
Ein Verbot lässt sich kaum durchsetzen, eine klare Bitte wird aber meist respektiert. Formuliert sie schon in der Einladung, dann wissen alle rechtzeitig Bescheid.


