Flitterwochen
Heiraten rund um den Globus: Hochzeit in Mexiko
Padrinos mit wichtigen Aufgaben, 13 goldene Münzen und eine Piñata nur für das Brautpaar: Mexikanische Hochzeiten sind große, fröhliche Familienfeste.
Redaktion Hochzeit Brautinfo4 Min. Lesezeit

In Mexiko haben Familie und Religion bis heute einen sehr hohen Stellenwert. Zur Familie zählen nicht nur Eltern und Geschwister, sondern selbstverständlich auch Großeltern, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen, Nichten und Neffen. Entsprechend ist eine mexikanische Hochzeit immer ein großes, fröhliches Fest, und für viele Paare einer der wichtigsten Tage im Leben.
Wedding Fashion
Bei der Wahl des Brautkleids hat eine mexikanische Braut freie Hand: mit oder ohne Schleier, eng anliegend oder weit ausgestellt. Beliebt sind auch Kleider mit Rüschen am Saum, kombiniert mit einem Bolerojäckchen, sowie Kleider mit traditionellen Stickereien. Der absolute Favorit bleibt aber das klassische weiße Brautkleid. Manche Bräute halten statt eines Brautstraußes einen kunstvollen Fächer in der Hand.
Der Bräutigam trägt einen klassischen Anzug oder einen Anzug im Stil der Charros mit enger Hose und kurzer Jacke. Auch die Guayabera, ein leichtes, besticktes Hemd, ist vor allem bei Hochzeiten an der Küste beliebt. Und natürlich dürfen die Blumenkinder nicht fehlen, die oft wie Miniaturausgaben von Braut und Bräutigam gekleidet sind.
Die Hochzeitsfeier
Bevor die Braut am Hochzeitstag ihr Elternhaus Richtung Kirche verlässt, spricht sie gemeinsam mit ihren Eltern ein Gebet und bittet um ihren Segen. Unverzichtbar bei einer mexikanischen Hochzeit sind Tanz und Musik, häufig mit einer Mariachi-Band. Nach dem Essen eröffnet das Brautpaar zu seinem Lieblingslied die Tanzfläche. Danach stürmen alle anderen Gäste aufs Parkett und verlassen es oft bis zum Morgengrauen nicht mehr.
Ein beliebter Partyklassiker ist die Víbora de la Mar: Die Gäste bilden eine lange Schlange und laufen unter einem Tor hindurch, das das Brautpaar mit den Armen formt, während sie immer schneller durch den Saal tanzen.
Die Bedeutung der Madrinas und Padrinos
Zu einer traditionellen mexikanischen Hochzeit werden viele Gäste eingeladen. Einige nahe Verwandte und enge Freunde übernehmen als Madrinas und Padrinos bestimmte Aufgaben bei der Trauung. Oft beteiligen sie sich auch an den Kosten, etwa für Ringe, Torte oder Musik.
- Madrina de ramo: trägt Blumen, die während der Zeremonie der Jungfrau Maria dargebracht werden.
- Madrina de lazo: bringt den Lazo, eine kunstvoll verzierte Schnur oder einen Rosenkranz, der dem Paar beim Ehegelübde in Form einer Acht um die Schultern gelegt wird. Er steht für die unauflösliche Verbindung der beiden.
- Padrinos de velación: meist enge Vertraute, oft ein verheiratetes Paar, die dem Brautpaar im Eheleben als Ansprechpartner und Vorbild zur Seite stehen sollen.
- Madrina de arras: trägt die Arras, 13 goldene Münzen in einer Schatulle.
Das Ritual der Arras
Die 13 Münzen stehen für Christus und seine zwölf Apostel und werden während der Zeremonie vom Priester gesegnet. Im traditionellen Ablauf reicht der Priester die Münzen weiter, und das Paar gibt sie einander in die geöffneten Hände. Die genaue Reihenfolge unterscheidet sich je nach Gemeinde und Familie. Am Ende legt der Bräutigam die Münzen in die Hände seiner Braut und platziert die Schatulle darauf. Diese Geste symbolisiert, dass er von nun an all seinen Besitz mit ihr teilt. Heute verstehen viele Paare die Arras auch als gegenseitiges Versprechen, für einander zu sorgen.
Unverzichtbar: die Piñata
Bei vielen mexikanischen Hochzeitsfeiern darf eine Piñata nicht fehlen. Die bunte Figur aus Pappmaché ist mit Süßigkeiten oder kleinen Überraschungen gefüllt. Bei Hochzeiten wird die Piñata oft auch mit Gutscheinen, Münzen und Geldscheinen bestückt. Aufgehängt wird sie an einem Seil, dessen Ende der Spielleiter hält. Er zieht daran, sodass die Piñata mal hoch und mal tief schwebt.
Anders als bei Kinderfesten, bei denen alle Gäste reihum mit verbundenen Augen zuschlagen, ist bei einer Hochzeit meist nur das Brautpaar an der Reihe. Trifft es die Piñata, darf es die herausfallenden Überraschungen behalten. Das Zerschlagen soll böse Geister vertreiben, und die Füllung, die über das Paar regnet, steht für Wohlstand und Liebe.
Wollt ihr selbst einen Hauch Mexiko in eure Feier bringen, etwa mit einer Piñata, einem Lazo-Ritual bei der freien Trauung oder Mariachi-Musik? Inspiration findet ihr bei unseren besonderen Hochzeitsideen.
Und wenn ihr selbst im Ausland heiraten wollt?
Wer sich von fremden Bräuchen inspirieren lässt, muss nicht gleich auswandern: Viele Rituale lassen sich liebevoll in eine freie Trauung oder die Feier in Österreich einbauen. Wollt ihr tatsächlich im Ausland heiraten, klärt vorab, welche Dokumente ihr braucht und wie die Ehe in Österreich anerkannt wird. Einen guten Überblick gibt unser Ratgeber Standesamtlich heiraten in Österreich.
Häufige Fragen
Was ist der Lazo bei einer mexikanischen Hochzeit?
Der Lazo ist eine verzierte Schnur oder ein Rosenkranz, der dem Brautpaar beim Ehegelübde in Form einer Acht um die Schultern gelegt wird. Er symbolisiert die unauflösliche Verbindung des Paares.
Was bedeuten die 13 Münzen bei einer mexikanischen Hochzeit?
Die 13 Münzen, die Arras, stehen für Christus und die zwölf Apostel. Die Münzen werden gesegnet und vom Bräutigam an die Braut übergeben, als Zeichen, dass das Paar seinen Besitz teilt.
Was machen Padrinos und Madrinas bei einer Hochzeit in Mexiko?
Padrinos und Madrinas sind enge Verwandte oder Freunde, die bei der Trauung bestimmte Aufgaben übernehmen, etwa Lazo oder Arras bringen. Oft unterstützen sie das Paar auch finanziell bei der Hochzeit.


