Bräuche und Trauung
Just Married und Co: Bräuche für den Abschluss des Hochzeitstags
Dosen am Auto, über die Schwelle tragen, Morgengabe: Diese Bräuche begleiten euch vom Ende der Feier bis zum ersten Morgen als Ehepaar.
Redaktion Hochzeit Brautinfo2 Min. Lesezeit

Mit dem letzten Tanz ist der Hochzeitstag noch nicht ganz vorbei. Rund um den Aufbruch des Brautpaares, die Ankunft im neuen Zuhause und den ersten Morgen als Ehepaar haben sich zahlreiche Bräuche entwickelt. Manche sind aus Übersee zu uns gekommen, andere wurzeln tief im österreichischen Brauchtum.
Just Married: Dosen, Schild und viel Lärm
Aus dem englischsprachigen Raum stammt der Brauch, das Auto des Brautpaares mit der Aufschrift „Just Married“ zu schmücken. Freundinnen, Freunde und Verwandte schicken das frisch verheiratete Paar dabei recht lautstark auf den gemeinsamen Lebensweg: Sie binden alte Blechdosen, manchmal auch Schuhe, an die hintere Stoßstange. Der Lärm soll der Überlieferung nach Armut und böse Geister für immer vertreiben.
Tipps für eine sichere Umsetzung
- Dosen nur für eine kurze Strecke und bei langsamer Fahrt verwenden, etwa vom Standesamt zur Location.
- Kennzeichen, Lichter und Sicht müssen frei bleiben.
- Schilder und Deko so befestigen, dass sie den Lack nicht zerkratzen, und vor schnellen Fahrten abnehmen.
- Bei Mietautos oder Oldtimern vorab mit dem Vermieter klären, was erlaubt ist.
Das Wiegenholzführen
Ein alter Brauch, der sich unmittelbar an die Hochzeitsfeier anschloss, ist das Wiegenholzführen. Hochzeitsführer und Gäste suchten im Wald einen Baumstamm und brachten ihn unter allerlei Späßen zum Hochzeitshaus. War das Haus versperrt, schnitten die Männer draußen eine Scheibe vom Stamm ab und reichten die Holzstücke durch Fenster und Tür hinein.
Der Brautführer musste damit die Braut „messen“. Da der Stamm meist einen ordentlichen Umfang hatte, stellte man beim Vergleich mit der Taille der Braut zufrieden fest, dass die daraus gefertigte Wiege groß genug für Zwillinge wäre. In der Oststeiermark und im Burgenland steht dieser Brauch in Verbindung mit dem Blochziehen, das wiederum zum Faschingsbrauchtum gehört.
Über die Schwelle tragen
Betritt das frisch verheiratete Paar zum ersten Mal gemeinsam das neue Zuhause, trägt traditionell einer den anderen über die Schwelle. Der Überlieferung nach sollte das die Geister täuschen: Sie sollten glauben, dass nur eine Person das Haus betritt. Eine andere Deutung sieht darin den Schutz vor einem Stolpern an der Schwelle, das als schlechtes Omen galt.
Heute ist das vor allem ein schöner, oft lustiger Moment, den viele Paare gern auf Foto oder Video festhalten. Wer wen trägt, entscheidet ihr selbst.
Die Morgengabe
Am Morgen nach der Hochzeitsnacht überreicht man sich traditionell die Morgengabe. Früher bekam die Braut in Adelskreisen Güter, Burgen oder Ländereien geschenkt, und die Morgengabe diente auch ihrer finanziellen Absicherung. Heute ist sie eine persönliche Geste: ein Schmuckstück, ein Brief, ein gemeinsames Erlebnis oder eine Kleinigkeit mit Bedeutung.
Die Morgengabe muss längst nicht mehr nur vom Bräutigam kommen. Viele Paare beschenken sich gegenseitig, oft mit etwas, das an den Hochzeitstag erinnert.
Ideen für eure Morgengabe
- Gravierte Kette, Armband oder Manschettenknöpfe mit eurem Hochzeitsdatum
- Ein handgeschriebener Brief, den ihr erst nach der Hochzeitsnacht öffnet
- Ein Gutschein für ein gemeinsames Wochenende oder den ersten Ausflug als Ehepaar
- Ein Fotobuch, das ihr später mit den Hochzeitsfotos füllt
Häufige Fragen
Woher kommt der Brauch mit den Dosen am Hochzeitsauto?
Der Brauch stammt aus dem englischsprachigen Raum. Der Lärm der Dosen soll der Überlieferung nach böse Geister und Armut vom Brautpaar fernhalten.
Was ist eine Morgengabe bei der Hochzeit?
Die Morgengabe ist ein Geschenk, das sich das Brautpaar am Morgen nach der Hochzeitsnacht überreicht. Früher war sie eine Absicherung für die Braut, heute ist sie meist ein persönliches Schmuckstück oder eine liebevolle Geste.
Warum trägt man die Braut über die Schwelle?
Der Überlieferung nach sollte das böse Geister täuschen, die glauben sollten, nur eine Person betrete das Haus. Heute ist es vor allem ein symbolischer und fotogener Moment.


