Vivienne Westwood ist das Trendlabel in Sachen Avantgarde. Die Engländerin ist allen anderen immer um Stylelängen voraus.
Die "Queen of Punk" hat nicht nur Erstklässler, sondern auch ihre Kundschaft erzogen: zu Kleidung, die auffällig ist und teuflisch-schön, ungezogen und brilliant. Ihre wilden Kreationen treffen immer den Nerv der Zeit. Ihre Mode soll sexy wirken und in der Masse nicht untergehen. Auffallen und nicht zur Funktionskleidung reduziert werden.

Als sie 1992 von der Königin zum "Officer of the Order of the British Empire" ernannt wurde, ließ sich die ehemalige Punkerin für die Fotografen etwas Besonderes einfallen. Vivienne posierte in "Marilyn-Monroe-Manier" mit hochgewehtem Schottenrock - unter dem sie nichts weiter trug als hauchdünne Nylons.
Einer gewissen Vorliebe zum Schottenmuster ist sie bis heute treu geblieben. Machte die Königin der Modewelt das Karo sogar zum Markenzeichen ihrer Haute Couture. So hat sie natürlich ihr eigenes Schottenmuster "Mac Andreas" (ihrem Mann Andreas Kronthaler gewidmet).
Dank Punk-Bewegung in den 70er Jahren etablierte sich das Schottenmuster in der Anti-Mainstream-Szene. Natürlich machten auch Filmidole wie James Dean die Karos zum absoluten Kult.
STILSIGNAL: Kilts sind Modeklassiker ohne Ablaufdatum! Das Schottenkaro wurde früher für die klassischen britischen Kilts gewoben. Im 18. Jahrhundert galten Kilts, Plaids und Tartan als Basics des schottischen Nationalstolzes. Der "feileadh mor" war bis zu acht Meter lang und war die Kleidung der Stahlarbeiter. Der Kiltstoff, hinten und an den Seiten in dicke Falten gelegt, wurde einfach gerafft und um Taille und Oberkörper geschlungen - ausschließlich von Männern. Die obere Hälfte des Plaid, diente früher noch als Decke, später als Schärpe bei offiziellen Anlässen. Danach blieb davon nur die untere Hälfte übrig.
Es war Edward Windsor, der das Karomuster salonfähig gemacht hat. Noch heute vermittelt es royale Noblesse, mit der man sogar als unscheinbares Mäuschen großartig ausschaut.
Was man braucht um würdig in die Fußstapfen des Herzogs von Windsor zu steigen? Einen klassischen Kilt. Kombiniert werden darf er zu schlichten Basics in Unifarben.
Wer schlank ist, hat die Qual der Wahl und kann mit hautengen Oberteilen und auffälligen Karomustern zum eigensinnlich-chicen Bräutigam mit Starqualitäten werden.
Und einer üppigen Figur kann man nur raten: Große Schottenprints in dunklen Farben lenken das Auge ab von den Problemzönchen.
NO. 1: Die Beziehung von Karo zu anderen Prints ist noch verwirrender als eine Hitze-Welle im Dezember! Es gilt: Karo verträgt kein anderes Muster.
No. 2: Damit das Outfit nicht zu schrill wird, greife die Farbe des Karos darin auf.
No. 3: Niemals: Sneakers dazu.